{"id":88,"date":"2010-08-10T07:32:20","date_gmt":"2010-08-10T05:32:20","guid":{"rendered":"http:\/\/panta-rhei.noblogs.autistici.org\/post\/2010\/08\/10\/chinesische-naturphilosophie-daoismus\/"},"modified":"2010-08-10T07:32:20","modified_gmt":"2010-08-10T05:32:20","slug":"chinesische-naturphilosophie-daoismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/panta-rhei.noblogs.org\/?p=88","title":{"rendered":"Chinesische Naturphilosophie (Daoismus)"},"content":{"rendered":"<p>Was bedeutet eigentlich &quot;Alles Fliesst&quot;? &#8211; Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen. Das Leben ist Wandel, man kann nicht an einen fr&uuml;heren Zeitpunkt seiner Entwicklung zur&uuml;ckkehren.<\/p>\n<p>In der Natur findet man z.B. im Jahreszyklus charakteristische Wandlungsphasen: Sommer, Herbst, Winter, Fr&uuml;hjahr&#8230;<\/p>\n<p>Durch jahrtausendelange Beobachtung der Jahreszeiten, der Menschen, Tiere und Pflanzen kam man im alten China zu der &Uuml;berzeugung, dass eine g&uuml;nstige Abfolge von Wandlungsphasen eine ist, die derjenigen in der Natur gleicht. Es wurde eine Kunst darin Entwickelt Wandlungsphasen zu beschreiben und zu erkennen. So wie man in etwa voraussagen kann wie sich die Knospe einer Pflanze weiterentwickeln wird, so kann man auch die Entwicklung entsprechender Wandlungsphasen beim Menschen erahnen oder sogar bestimmen. <\/p>\n<p>Es gibt keine letzendliche Sicherheit bei der Bestimmung: Die Bl&uuml;hte kann in einem halben Jahr welken, eine Ernte kann verderben. Dennoch kann ein erfahrener G&auml;rtner\/Bauer mit gr&ouml;sserer Gewissheit sagen was passieren wird als ein moderner Stadtbewohner. In der chinesischen Medizin sind solche Menschen als Heiler bekannt. <\/p>\n<p>Doch was genau sind Wandlungsphasen? Die meisten Europ&auml;er k&ouml;nnen sich kaum etwas darunter vorstellen. Auf die F&uuml;lle folgt Leere, nach dem Aufstieg kommt der Abstieg. Gesund ist es, wenn diese gegens&auml;tzlichen Phasen in gleicher St&auml;rke vorhanden sind. <\/p>\n<p>Das ist ein grosser Gegensatz zur westlichen Philosophie: wir streben nicht nach einer Ausgewogenheit in der Mitte, sondern nach einem permanenten Aufstieg! Eine &quot;Rezession&quot; ist f&uuml;r uns nicht die notwendige Wandlungsphase nach einem Aufschwung, sondern eine Katastrophe mit der niemand rechnen wollte. Idealerweise werden alle immer reicher oder schaffen es sogar vom Tellerw&auml;scher zum Million&auml;r&#8230; Wir m&uuml;ssen zugeben dass es sich hier um eine dogmatische Philosophie handelt, die wenig mit der Realit&auml;t zu tun hat. (Wie bereits <a href=\"https:\/\/panta-rhei.noblogs.org\/gallery\/5395\/new-age-pdf.pdf\" title=\"new-age.pdf\">hier<\/a> beschrieben ist die Idee eines permanenten Aufstiegs, die Grundhaltung jeder faschistoiden Le(h)ere).<\/p>\n<p>F&uuml;r die gegens&auml;tzlichen Kr&auml;fte, die sich Ausgleichen gibt es eine Abstraktion: Yin\/Yang. Ist eines von beiden zuviel vorhanden wird der Mensch krank. Ausgleichen kann Mensch ein Ungleichgewicht durch spezielle Meditationspraktiken (Qi Gong) und durch Ern&auml;hrung. Nur selten sind daher in der chinesischen Medizin schwerwiegende Eingriffe in den den menschlichen K&ouml;rper durch Anwendung von Kr&auml;utern und Akkupunktur notwendig. <\/p>\n<p>Man k&ouml;nnte die Jahreszeiten als eine Abfolge von Sommer und Winter sehen, in der Herbst und Fr&uuml;hjahr &Uuml;bergangsphasen sind. Man kann aber auch die Betrachtung verfeinern und weitere Zwischenphasen erkennen. Im Grunde genommen handelt es sich immer um die gleiche Kreisbewegung und es ist allein dem Betrachter &uuml;berlassen wie fein er dieses Ziffernblatt unterteilen will. <\/p>\n<p>Analog zur Natur gibt es beim Menschen mehrere gleichzeitig Ablaufende Zyklen, die sich gegenseitig beeinflussen. Auch hier wird ein Gleichgewicht angestrebt. 64 typische Wandlungsphasen wurden vor Urzeiten in dem &quot;Buch der Wandlungen&quot; (I Ging) niedergeschrieben. Diese 64 &quot;Durchgangsstationen&quot; lassen sich auf 8&#215;8 Archetypen zur&uuml;ckf&uuml;hren und diese wiederum auf Yin\/Yang. Zu jeder dieser 64 Phasen gibt es g&uuml;nstige und ung&uuml;nstige Fortschreitungen, genau wie etwa die Abfolge Winter-Herbst in der Natur ung&uuml;nstig w&auml;re.\n<\/p>\n<p>\n&nbsp;\n<\/p>\n<p>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/2d\/Pakua.gif\" alt=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/2d\/Pakua.gif\" width=\"300\" height=\"300\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: x-small\"><em>[http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/2d\/Pakua.gif]<\/em><\/span>\n<\/p>\n<p>\n<span style=\"font-size: xx-small\"><em><\/em><\/span><\/p>\n<p>Bezeichnenderweise gibt es im &quot;Westen&quot; keine vern&uuml;nftige &Uuml;bersetzung vom I Ging. Oft wird es als Orakelbuch benannt oder mit Kommentaren &uuml;berschwemmt, die noch nicht einmal als solche gekennzeichnet sind. Dabei ist die Selbsterkenntniss das wichtigste Ziel des Daoismus und was andere f&uuml;r Erkenntnisse aus der Anwendung gewonnen haben m&ouml;gen ist redundant und irrelevant. (Beispiel: &Uuml;bersetzung von R.Wilhelm und B.Hamann).<\/p>\n<p>Zur Idee der nat&uuml;rlichen Fortschreitung noch ein Beispiel: Ein Daoist w&uuml;rde keinen Lottogewinn anstreben, denn der Wechsel von &quot;arm&quot; zu &quot;reich&quot; ohne eine Zwischenphase erschiene ihm nicht naturgem&auml;ss. Zumindest w&uuml;rde er einem solchen umbruchartigen Ereigniss keine Bedeutung beimessen, da es das grosse Ganze (Dao) nicht in einer ehrbaren Weise wiederspiegelt. Schliesslich ist Lotto ohnehin nur erfunden worden um die Massen zu betr&uuml;gen. <\/p>\n<p>Was ist in unserem System eigentlich NICHT erfunden worden um die Massen (also das Ganze) zu betr&uuml;gen? Diese Frage muss man sich einmal ernsthaft stellen.<\/p>\n<p>-CBwn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bedeutet eigentlich &quot;Alles Fliesst&quot;? &#8211; Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen. Das Leben ist Wandel, man kann nicht an einen fr&uuml;heren Zeitpunkt seiner Entwicklung zur&uuml;ckkehren. 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